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Die 8 Gitarrenakkorde für Anfänger

Mit acht offenen Akkorden spielst du Hunderte Songs: Em, Am, C, G, D, A, E und Dm. Keiner davon braucht einen Barrégriff. Hier liest du, wie du jeden Finger setzt, in welcher Reihenfolge du sie lernst und welche Wechsel du zuerst üben solltest.

Bevor die Finger aufs Griffbrett gehen

Die Finger der Greifhand sind nummeriert: 1 für den Zeigefinger, 2 für den Mittelfinger, 3 für den Ringfinger, 4 für den kleinen Finger. Die Saiten zählt man von der dünnsten (1., hohes E) bis zur dicksten (6., tiefes E). Sind dir Akkorddiagramme noch fremd, lies zuerst, wie man Akkorddiagramme liest.

Drei Grundregeln, damit ein Akkord klingt:

  • Drück mit den Fingerkuppen, die Finger schön rund, damit du die Nachbarsaiten nicht berührst.
  • Setz den Finger direkt hinter das Bundstäbchen, nicht in die Mitte des Bunds. Das kostet viel weniger Kraft.
  • Lass den Daumen hinter dem Hals, ungefähr gegenüber dem Mittelfinger, ohne zu drücken.

Und stimm die Gitarre, bevor du loslegst: Ein sauber gegriffener Akkord klingt auf einer verstimmten Gitarre trotzdem schief. Alles dazu steht in Gitarre stimmen.

Fang mit den beiden Moll-Akkorden an

e-Moll (Em)

Der leichteste von allen. Mittelfinger auf die 5. Saite, 2. Bund. Ringfinger auf die 4. Saite, 2. Bund. Schlag alle sechs Saiten an. Als Zahlenfolge: 022000.

a-Moll (Am)

Zeigefinger auf die 2. Saite, 1. Bund. Mittelfinger auf die 4. Saite, 2. Bund. Ringfinger auf die 3. Saite, 2. Bund. Schlag ab der 5. Saite an, ohne die 6.: x02210.

Fällt dir was auf? Mittel- und Ringfinger bilden denselben kleinen Block wie bei e-Moll, nur eine Saite weiter Richtung hohe Saiten. Das ist kein Zufall, und du wirst es nutzen.

C und G, die tragenden Säulen

C-Dur (C)

Ringfinger auf die 5. Saite, 3. Bund. Mittelfinger auf die 4. Saite, 2. Bund. Zeigefinger auf die 2. Saite, 1. Bund. Die 6. Saite bleibt stumm: x32010. Die typische Falle: Der Zeigefinger dämpft die 1. Saite ab. Wölb ihn gut.

G-Dur (G)

Mittelfinger auf die 6. Saite, 3. Bund. Zeigefinger auf die 5. Saite, 2. Bund. Ringfinger auf die 1. Saite, 3. Bund. Alle sechs Saiten klingen: 320003.

Es gibt eine Variante mit vier Fingern, 320033: Ringfinger auf die 2. Saite im 3. Bund, kleiner Finger auf die 1. im 3. Bund. Sie klingt voller und erleichtert den Wechsel zu D. Lern zuerst die erste und steig auf die zweite um, wenn deine Finger sicherer sind.

Em, Am, C und G: die ersten vier Akkorde, die du lernst.

D, A und E

D-Dur (D)

Zeigefinger auf die 3. Saite, 2. Bund. Mittelfinger auf die 1. Saite, 2. Bund. Ringfinger auf die 2. Saite, 3. Bund. Die Finger bilden ein kleines Dreieck. Schlag nur die vier hohen Saiten an: xx0232.

A-Dur (A)

Drei Finger nebeneinander im 2. Bund: Zeigefinger auf der 4. Saite, Mittelfinger auf der 3., Ringfinger auf der 2. Die 1. Saite bleibt leer, die 6. wird nicht gespielt: x02220. Es wird eng; wenn es klemmt, rück den Zeigefinger etwas nach hinten im Bund.

E-Dur (E)

Mittelfinger auf die 5. Saite, 2. Bund. Ringfinger auf die 4. Saite, 2. Bund. Zeigefinger auf die 3. Saite, 1. Bund. Alle sechs Saiten: 022100. Das ist genau e-Moll plus Zeigefinger.

d-Moll, der kniffligste

Zeigefinger auf die 1. Saite, 1. Bund. Mittelfinger auf die 3. Saite, 2. Bund. Ringfinger auf die 2. Saite, 3. Bund. Nur vier Saiten: xx0231. Der Zeigefinger ganz am Rand des Griffbretts rutscht gern weg. Halt das Handgelenk etwas weiter vorn als bei den anderen Akkorden.

D, A, E und Dm machen die Reihe komplett.

Ob dein Akkord wirklich klingt, kann Fredon für dich prüfen: Wenn du einen Akkord übst, hört die App zu und sagt dir, ob er stimmt, und wenn nicht, welcher Ton fehlt und auf welchen Saiten. Sehr praktisch, um die gedämpfte Saite zu finden, die du irgendwann selbst nicht mehr hörst.

Diese Wechsel solltest du üben

Einen Akkord zu kennen reicht nicht: Du musst von einem zum nächsten kommen, ohne den Rhythmus zu verlieren. Die Wechsel sind vom leichtesten zum schwersten sortiert. Such jedes Mal den Finger, der liegen bleibt oder sich am wenigsten bewegt.

  1. Em → E: Zeigefinger dazu, fertig.
  2. Em → Am: Der Block aus Mittel- und Ringfinger rutscht eine Saite weiter, der Zeigefinger kommt dazu.
  3. Am → C: Zeige- und Mittelfinger bleiben liegen. Nur der Ringfinger wandert von der 3. auf die 5. Saite, 3. Bund.
  4. E → Am: Dieselbe Form rutscht eine Saite Richtung hohe Saiten, ohne Fingerwechsel.
  5. D → Dm: Der Ringfinger bleibt auf der 2. Saite im 3. Bund, die anderen beiden sortieren sich neu.
  6. G → D: Mit dem G mit vier Fingern bleibt der Ringfinger auf der 2. Saite im 3. Bund und dient als Drehpunkt.
  7. C → G und D → A: kein gemeinsamer Finger. Diese beiden brauchen die meisten Wiederholungen.

Akkordfolgen für echte Songs

  • G – C – D: die Folk- und Rockfolge schlechthin.
  • Em – C – G – D: eine Pop-Folge, die du überall hörst.
  • C – Am – Dm – G: der Sound der Balladen, in C-Dur.
  • Am – Dm – E: eine dramatischere Moll-Farbe.
  • A – D – E: Blues und Rock in A.

Sitzen diese Folgen, kannst du versuchen, die Akkorde eines Songs nach Gehör herauszufinden: Viele Songs bauen genau auf diesen Folgen auf.

So übst du

  • Der Minutentest. Nimm zwei Akkorde und zähl, wie viele saubere Wechsel du in einer Minute schaffst. Notier die Zahl und wiederhol das am nächsten Tag. Die Fortschritte sieht man schnell.
  • Wechseln ohne Anschlag. Akkord greifen, lösen, wieder greifen. Die Finger lernen die Form, bevor sie klingen muss.
  • Erst langsam. Vier Schläge pro Akkord, mit langsamem Metronom. Werd erst schneller, wenn der Wechsel punktgenau sitzt.
  • Wenig, aber oft. Zehn Minuten am Tag bringen mehr als eine Stunde am Sonntag. Die Fingerkuppen werden nach zwei, drei Wochen hart.

Typische Fehler

  • Saiten anschlagen, die mit x markiert sind. Ein D mit leerer 6. Saite klingt matschig. Ziel auf die Saiten, die dazugehören.
  • Zu flache Finger. Sie dämpfen die Nachbarsaiten ab. Klingt eine Saite nicht, liegt es fast immer daran.
  • Zu fest drücken. Zu viel Druck ermüdet die Hand und kann den Ton nach oben ziehen. Drück nur so fest, dass die Saite sauber klingt.
  • Ständig auf die Hand schauen. Am Anfang ist das normal, aber versuch bald, mit Blick aufs Akkordblatt zu wechseln.

Und dann?

Der Akkord, der in dieser Liste fehlt, ist F. Er braucht einen Barrégriff und verdient einen eigenen Guide: Barrégriffe lernen. Bis dahin kannst du mit einem Kapodaster in anderen Tonarten spielen, ohne neue Griffe zu lernen: siehe Guide Kapodaster. Und wenn dir eine Form nicht gelingen will, zeigt die Akkordbibliothek von Fredon alle Griffe eines Akkords, vom einfachsten bis zum schwersten.

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